Von Brisbane aus gings dann nach Noosa, einem zu unrecht relativ unpopulären Anfahrtort für Backpacker. Ein kleines schönes Nest direkt am Meer. Unter gekommen bin ich im Koala Backpackers – nicht wegen der guten Kritiken, aber wegen eines Gutscheins, der der Aufenthalt deutlich günstiger gemacht hat. Unter den Zimmerkollegen waren Lukas (Ami) und Raphael (Schweizer), die ich kurzerhand zu einem Ausflug in den Noosa Nationalpark überedet habe, was nicht besonders schwer war, da beide doch sehr planlos waren. Ansonsten soll Noosa, wie ich später erfahren habe ein super Ausgangspunkt für Kanu-Touren sein. Bilder hab ich auch gesehen und wurde direkt neidisch. Wie gesagt ging es dann in den Noosa NP, der die Wanderung definitiv wert ist. Koalas, schöne Natur, Regenwald, Brandungen, und zu guter letzt der ein oder andere schöne Strand. Einen haben wir uns direkt mal ausgeschaut für den nächsten Tag. Bilder sagen da mehr, aber die beiden Wandergenossen waren echt mal eine schöne Abwechslung zu den „Party-People“, die man sonst so kennen lernt. Am Abend habe ich mir die Gegend von einem „Lookout“ noch mal bei Sonnenuntergang angeschaut. Traumhaft schön! Die Bucht die wir zum Entspannen für den nächsten Tag ausgemacht hatten, habe ich zwar nicht gesehen, aber die Verabredung stand. Also gings mit den beiden am nächsten Tag wieder in den NP, dieses Mal jedoch nur zur Erfrischung und zu einem ausgedehnten Sonnenbad. Die Bucht war wohl der Geheimtipp der Locals, die sich dort von jung bis alt zum Surfen treffen. Ich bin zwar kein Experte in Sachen Surfen, aber die Wellen fielen ungefähr 1 Minute, was zum Surfen ideal erschien. Angefangen an der einen Spitze der Bucht bis zu anderen ist die Welle nach und nach „umgefallen“. Direkt danach sollte es per Shuttle-Service, der vom Backpackers angeboten wurde zurück zum Hostel gehen um dort schnell unser Zeug zu schnappen und per Shuttle zum Greyhound zu kommen und weiter zu ziehen. Der Fahrer hat uns aber leider übersehen, also mussten wir bei unserem knappen Zeitplan und den gebuchten Tickets einen Spurt hinlegen, um in letzter Sekunde den Shuttle und schlussendlich unseren Bus nach Hervey Bay zu bekommen. Umbuchen wäre auch fatal gewesen, da mich die Fraser Tour in Hervey Bay schon erwartete. Am Ende ging alles gut.
HERVEY BAY (vor Fraser)
Um 20.25 pm sind wir dann in HB ankommen. Ich war im „Palace“ untergebracht und die anderen beiden im Koala. Lukas hat sich dann noch schnell dazu entschlossen, zu versuchen auf meine Fraser Tour mit auf zu springen. Hat glücklicherweise auch geklappt. Den Abend haben wir dann gemütlich im „Koalas“ ausklingen lassen. Am nächsten Morgen ging es aber auch um 6.30 Uhr mit dem Briefing für Fraser los. Auf dem Weg zurück vom „Koalas“ in meine Unterkunft bin ich dann komplett in HB verloren gegangen. Glücklicherweise sind die Australier ein nettes Volk. Es hatte sich dann schnell jemand gefunden, der mir zunächst den Weg erklärte und dann doch kurzerhand entschloss mich zu fahren.
FRASER ISLAND
Da ich ja quasi Last-Minute zur Fraser-Tour angekommen bin, habe ich das Vorgespräch, was im Endeffekt nur wegen der alkoholischen Getränke und deren Beschaffung stattgefunden habe verpasst hatte, habe ich meine „Mitreisenden“ erst am Morgen kennen gelernt. Wichtig bei der ganzen Sache waren Fahrer, die zum einen willig waren zum Fahren und andererseits die Erlaubnis hatten – versicherungstechnisch. Schon vom ersten Moment an, wusste ich, dass die3 Engländer, die mir zugeteilt wurden, nicht meine besten Freunde werden. Ansonsten waren noch jede Menge Iren und Lukas bei mir auf dem Auto. Der Rest der Gruppe war für den ersten Schritt erstmal zweitrangig. Plan war: - Briefing (erledigt!) - Einkaufen für 3 Tage, 9 Personen - Die frühe Fähre bekommen - Permission holen - Ab geht’s Bis auf das Einkaufen, waren das auch keine schwierigen Aufgaben, aber wie das nun mal mit verschiedenen Budgets und Geschmäckern ist ... Lange Rede kurzer Sinn – die Engländer haben sich, nachdem wir uns auf einmal Grillen geeinigt hatten und gerade gut im Rennen waren, spontan umentschieden und außer Chips, bisschen Obst und Bier eigentlich wenig eingepackt. Wir, der Rest hat dann auf Fleisch für 9 Personen gehockt, weil das schon bezahlt im Wagen lag. Als wir dann von der „Reception“ in den Park einfuhren flog dann eine leere Bierdose in den Nationalpark und mit ihr mein Wohlwollen gegenüber den Engländern – Assis! Am ersten Tag hatten wir dann ein paar Anlaufschwierigkeiten mit der Orientierung, haben aber alle Punkte, die uns empfohlen wurden mitnehmen können. Lake Wabby – grüner See mit Hammer-Düne zum runter rennen und rein springen. Die Nacht wurde da an der Ostseite der Insel verbracht – mal wieder mit Trinkspielchen. Gut das ich mich da nicht allzu sehr abgeschossen habe. Die Infos über die Dingos waren auch nicht übertrieben. Überall ist mal einer aufgetaucht. Die Insel ist auch tatsächlich nur aus Sand und die Fahrt etwas holprig – der Sternenhimmel der absolute Wahnsinn. Der nächste Tag war dann echt eine Herausforderung. Wir mussten früh los, die Engländer etwas lahm und eher kontraproduktiv. Nach einer Weile Fahrt haben wir dann erst einmal die Hälfte der Autos verloren, dann alle -plötzlich „Pffff!“ – Wagen überhitzt, Kühler leer. Also warten und abkühlen lassen. Weiter gefahren nach 200 Meter Anzeige wieder im Anschlag. Irgendwie haben wirs dann noch 50 Meter vor die Zufahrt zum Indian Head geschafft – dann ging aber erstmal gar nichts mehr. Leider waren wir auch nicht weit genug gekommen, um der bedrohlich nahe kommenden Flut zu entkommen. Kleiner Hinweis: Wir sind am Strand gefahren, de nur zur Ebbe befahrbar ist! Glücklicherweise kamen Ranger vorbei, die uns zumindest mal etwas weiter weg vom Strand gezogen haben, wodurch wir nicht gerettet waren, aber etwas Zeit gewonnen hatten. Lukas und ich haben uns dann mal alles angeschaut, während der Rest auf Erkundung gegangen sind. Irgendwie haben wir dann den abgeplatzten Schlauch zum Kühler wird dran bekommen und habens dann wirklich ins rettende Trocken geschafft. Dort angekommen – schon wieder überhitzt! Scheiße! Die Ranger haben wir dann gebeten unseren Veranstalter zu informieren und Hilfe zu bringen, da natürlich dort wo wir waren absolut kein Handyempfang war. Auf dem Plan stand dann sowie den Nachmittag am Indian Head und Umgebung zu verbringen. Hilfe kam aber erstmal keine und die anderen Autos, die uns während der unserer Panne wieder eingeholt hatten, wollten dann auch nicht mehr warten. Also standen wir da alleine und die Iren haben sich dann auch noch auf die anderen Autos verteilt. Da standen wir (Lukas und ich) dann mit Engländern. Irgendwie haben wir denn ein Hütte ausgemacht, die einen Mast hatte und von wo aus wir dann noch mal unseren Veranstalter angerufen haben. Als wir zurück am Auto waren, waren die Handwerker schon da. Geschafft – weiter geht’s mit Volldampf, sonst stecken wir in der Flut. Entgegen der Empfehlungen Felsbrocken nicht zu umfahren, sondern lieber den Umweg übers Land zu nehmen haben, haben wir uns gemeinsam aus Zeitaspekten für die riskantere Reise entschieden. In den Felsbrocken angekommen, taucht plötzlich Gegenverkehr auf, ich bremse ab und in dem Moment erwischt uns eine Welle (also die Spitze) und unterspült unsere Reifen. Ich versuche zu starten – nichts geht – auch im 2. Gang. Wir sind am A...!! Haben wir alle gedacht. Also bin ich ausgestiegen losgerannt um Hilfe zu holen. Während dessen hat sich Lukas ans Steuer gesetzt und der Rest angeschoben. Und tatsächlich nach 1 Minute – ich war nur wenige Meter gerannt, rollte der Wagen wieder. Was ein Tag. Den Zeltplatz haben wir dann tatsächlich noch erreicht und hatten uns jede Menge Goon und Bier verdient. An dem Abend haben wir uns sogar mit den Engländern vorübergehend verstanden. Am Abreistag war noch Lake McKenzie auf dem Programm. Der eine Ire hat sich dann so abgeschossen, dass er den Engländern ihre nervigen Verhaltensweisen schön zurückgegeben hat. Das hat mich dann endgültig dazu gebracht, die gesamte Fahrt zu grinsen. Unschön war, das er als Naturfreund, die Fische in unmittelbarer Strandnähe mit bereits Verdautem fütterte. Im Großen und Ganzen hatte ich ein schönes Abendteuer, schöne Natur. Aber wie so oft, steht und fällt der Spaß, den man im Moment des Ereignisses hat mit den Begleitern. Leider hatte ich auf Fraser nicht gerade Glück.
HERVEY BAY (nach Fraser)
In Hervey Bay bin ich dann mit Jessi in einem Zimmer gelandet, die zwar auf Fraser dabei war, aber leider auf dem falschen Auto. Mit ihr und zwei anderen desselben Wagens habe ich dann noch den letzten Nachmittag/ Abend in Hervey Bay verbracht und einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen. Nächster Stop: Airlie Beach und Whitsundays
Fraser-Truppe:
Teil vom Schiffswrack (Fraser Island/ Ostkueste):
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen